Antikörpernachweise

 

Aspergillus

Aspergillus gehört zur Gattung der Schimmelpilze und befällt bevorzugt Haut, Nase Nebenhöhlen und Lungen. Der kulturelle Nachweis von Aspergillus ist aufgrund der Lokalisation der Infektion oft unbefriedigend. Der Antikörpernachweis kann unterstützend zur Diagnostik herangezogen werden.

 

Anaplasmose phagozytophilum

Der häufigste Überträger ist der Holzbock (Ixodes ricinus). Die klinische Symptomatik ähnelt denen der Ehrlichiose, doch sind hier vermehrt Thrombozytopien durch die Bildung von Anti-Thrombozyten-Antikörpern zu beobachten. Dadurch kann es zu Gerinnungsstörungen kommen. Ein weiterer Aspekt ist das Auftreten von orthopädischen Krankheitsbildern; Lahmheiten, entzündliche Erkrankung der Skelettmuskulatur (Myostis) und Gelenkschwellungen werden häufig durch Anaplasmen verursacht.

 

Babesien

Die Babesien gehören mittlerweile zu den wichtigsten parasitären Erkrankungen. Eine akute Infektion erkennt man an Fieber, Apathie, Appetitlosigkeit und Anämie. Chronisch sind die Tiere aus Süd- und Osteuropa (s. Reisekrankheits-SCREEN). Fehlende Antikörpertiter können bei jungen Hunden unter 6 Monaten auftreten.

 

Borna (Pferd)

Bornaerkrankung führt zu langsam voranschreitenden zentralnervösen Ausfällen und ist eine meldepflichtige Tierseuche!

 

Borrelien

Der häufigste Überträger ist der Holzbock (Ixodes ricinus). Im Gegensatz zum Menschen sind die klinischen Symptome eher unspezifisch und können leicht übersehen werden. Müdigkeit, Leistungsabfall, eventuell Fieber, Bewegungsunlust, wechselseitige Lahmheiten, Abmagerung oder auch neurologische Ausfallerscheinungen können Hinweis für Borreliose sein. Positive Antikörper finden sich bei Hunden etwa 4-6 Wochen nach Erregerkontakt. Unterscheidung der frühen IgM und später IgG-Titer dient der Einschätzung der Akuität der Infektion (s. auch Borrelien-Blot).

 

Borrelien-Blot

Der Borrelien-Blot erkennt mehrere verschiedene Oberflächenstrukturen von Borrelien und dient der Abklärung fraglicher Antikörper-Titer, sowie der Unterscheidung zwischen Erregerkontakt, Impf- und Infektionsantikörpern.

 

Brucella canis (Hund)

Die Brucellose ist anzeigepflichtig und tritt sowohl bei Tieren als auch bei Menschen auf. Die Übertragung von Brucella canis erfolgt genital oder oral durch latent infizierte Tiere. Nach 2-4 Wochen entwickelt sich eine Bakteriämie. Bei tragenden Hündinnen kann es zu Aborten im letzten Drittel der Trächtigkeit und zur Geburt lebensschwacher Welpen kommen. Rüden leiden an Entzündungen der Hoden und Nebenhoden und können unfruchtbar werden.

 

Chlamydien

Über die Serologie kann festgestellt werden, ob eine Infektion vorliegt oder vorlag. Der Nachweis einer bestehenden Ausscheidung ist jedoch nur über den Antigen-Nachweis möglich.

 

Encephalitozoon cuniculi

Dieser Einzeller lebt obligat intrazellulär v. a. in Niere und Gehirn. Circa 80% der gesunden Kaninchen tragen den Erreger in sich ohne das Symptome auftreten. Auch bei anderen Tierarten wie Hund, Fuchs, Nager und Vögeln kann E. cuniculi festgestellt werden. Der Erreger gehört zu den Zoonosen und ist vor allem bei immunsupprimierten Personen mit Kaninchenkontakt relevant.

 

Ehrlichien

Ehrlichiose ist eine akut bis chronisch verlaufende Reisekrankheit mit breiter Symptomatik. Positive Titer sind ab 7 Tage nach Infektion zu erwarten.

 

FCV - Felines Calici Virus (Katze)

Caliciviren sind in ihrer Virulenz höchst inhomogen und zeigen ein grippeähnliches Krankheitsbild. Impf- und Infektionstiter können nur über die Untersuchung von Serumpaaren unterschieden werden.

 

FHV - Felines Herpes Virus (Katze)

Herpesviren führen - je nach Alter des Tieres - zu schweren Erkrankungen von Augen und oberen Luftwegen; sie persitieren nach Infektion lebenslang.

 

FIP - Feline Infektiöse Peritonitis (Katze)

Die FIP kann infolge einer Coronavirusinfektion auftreten. Ein positiver Titer besagt, dass die Katze Kontakt zu Coronaviren hatte, nicht aber, ob sie FIP entwickelt hat. Hohe Titer zusammen mit anderen Laborbefunden können einen klinischen Verdacht erhärten (s. FIP-SCREEN).

 

FIV - Felines Immundefizienz Virus (Katze)

Ein positiver Nachweis ist hinweisend für eine Infektion, da es bisher keine Impfung gibt. Nicht bei allen Katzen ist eine Serokonversion nachzuweisen; Jungtiere mit maternalen Antikörpern sollten nachuntersucht werden.

 

FSME - Frühsommer-Meningoenzephalitis

Der Nachweis ist sinnvoll bei Tieren, die sich in endemischen Gebieten aufgehalten haben und neurologische Symptomatik zeigen.

 

HCC - Hepatitis contagiosa canis (Hund)

Die HCC verursacht meist milde respiratiorische Symptome und ist an viele Faktorenerkrankungen beteiligt. Bei akuten Infektionen mit veränderten Leberwerten sollte biem Hund an diese seltene Erkrankung gedacht werden.

 

Helicobacter (Hund & Katze)

Der Nachweis ist auf H. pylori Antikörper beschränkt und beantwortet die Frage nach einer möglichen Zoonose (s. auch Helicobacter sp. Antigen-Nachweis aus Kot).

 

Herpesviren

Herpesviren verursachen bei fast allen Tieren seuchenhafte sowie latente oder persistierende Krankheiten. Impf- und Infektionstiter einer akuten Infektion können über eine Untersuchung von Serumpaaren unterschieden werden. Das Virus persistiert in der Regel lebenslang, Antikörper werden intermittierend gebildet.

 

Influenza (Pferd)

Der Influenzavirus tritt in den letzten 30 Jahren kaum noch in Erscheinung. Eine Infektion führt zu Fieber und einem rauen, trockenen Husten. Bakterielle Sekundärinfektionen mit Nasenausfluss sind häufig. Impf- und Infektionstiter können nur über die Untersuchung von Serumpaaren unterschieden werden.

 

Infektiöse Anämie - EIA (Pferd)

Die Infektiöse Anämie ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Der Virus führt zu Fieber, Anämie, Thrombozytopenie, distale Ödeme und Gewichtsverlust. Einmal infizierte Pferde bleiben lebenslang infektiös und seropositiv. Die Antikörper zeigen sich frühestens nach 2-3 Wochen positiv.

 

Leishmanien

Infizierte Tiere können bis zu 7 Jahre asymptomatisch sein. Der Beginn der Leishmanien Erkrankung ist meist durch Lymphadenopathie, Anämie, Hautveränderungen an den Ohrrändern, Nasenspiegeln und Brillenbildung an den Augen gekennzeichnet. Positive Antikörper-Titer sind frühestens 2-3 Wochen p. i. zu erwarten, längstens nach 6 Monaten.

 

Leberegel

Der Leberegel ist ein Parasit, der zu der Familie der Saugwürmer gehört. Das erste Symptome ist meist Durchfall. Die kleinen, aber massenhaften Verletzungen in der Darmwand und in den Geweben die durchwandert werden, rufen Blutungen, Entzündungsreaktionen und Abwehrreaktionen hervor. Die Jungegel, die in der Leber ankommen, schädigen unmittelbar das Lebergewebe. Die kleinen "Ekel" sind gefräßig und verwenden das gefressene Lebergewebe zum Aufbau der eigenen Körpermasse. Es wird also, je nach Befallstärke, ein unter Umständen erheblicher Anteil des Lebergewebes geschädigt und die Leber in ihrer Funktion beeinträchtigt. Allerdings werden nur gegen die großen Leberegel Antikörper gebildet. Die kleinen, kann man durch eine Parasitologische Untersuchung nachweisen.

 

Leptospiren

Die Leptospiren sind gram-negative Bakterien. Am Anfang äußert sie sich durch Aneroxie, Erbrechen, Dehydration und Fieber. Später sind die Tiere apathisch und zeigen häufig eine erschwerte Atmung. Eine Unterscheidung zwischen Impf- und Infektionstiter ist beim Hund häufig bei einmaliger Untersuchung möglich, da die meisten Infektionen mit Serovaren erfolgen, die nicht in den gängigen Impfstoffen enthalten sind.

 

Neospora (Hund)

Meist verläuft diese Erkrankung asymptomatisch. Rohfütterung sowie bei Hunden mit neurologischen Erscheinungen sollte man immer eine Neosporose in die Differential-diagnose mit einbeziehen.

 

Parvovirus (Hund & Katze)

Das Parvovirus ist ein sehr kleines, unbehülltes DNA-Virus mit extremer Umweltstabilität. Bei einem Hund können Symptome wie Anorexie, Fieber, Erbrechen und unstillbaren blutigen Durchfall sein. Welpen erkranken am schwersten. Bei Katzen können Symptome wie Fieber, Diarrhöe, Erbrechen und Dehydration vorkommen. Die Serokonversion erfolgt 4-7 Tage nach der Infektion. Impf- und Infektionstiter können nur über die Untersuchung von Serumpaaren unterschieden werden.

 

Rickettsien (Hund)

Rickettsien sind kleine gram-negative Bakterien. Es gibt verschiedene Rickettsienarten, die je nach Erreger leichtere oder schwerere Erkrankungen hervorrufen. Die Symptome sind sehr vielfältig. Charakteristisch sind Einblutungen, wie sie auch bei der Ehrlichiose vorkommen. Entzündungen der Lymphknoten, Hautauffälligkeiten, Haarausfall, vermehrte Schuppenbildung gehören ebenfalls zum typischen Bild. Schwere Verläufe verursachen Organschäden, massive Gewebsuntergänge, sogenannte Nekrosen und Hirnhautentzündungen, abhängig vom jeweiligen Erreger.

 

Sarcoptes (Hund)

Die Sarcoptesräude ist eine durch Grabmilben verursachte Erkrankung der Haut. Die Milben graben ihre Tunnel in die Hornschicht in die Haut ein. Eine Serokonversion des Grabmilbenbefalls tritt erst 2-3 Wochen nach Infektion auf und bleibt über die erfolgreiche Behandlung bestehen. Da der Milbennachweis in Geschabseln oft nicht gelingt, wird der Serumtest bei Hunden im Verdachtsfall empfohlen.

 

Staphylokokken

Staphylokokken sind grampositive und extrem widerstandsfähige Bakterien. Sie kommen vor allem auf der Haut und den Schleimhäuten vor, wo sie zur physiologischen Keimflora gehören. Entzündungen, die durch Staphylokokken hervorgerufen werden, verlaufen in der Regel lokal begrenzt ab. Erst beim Vorliegen einer Ressistenzminderung kann es zu Septikämien und Pyämien kommen.

 

Staupe

Die Staupe ist eine Viruserkrankung kennzeichnend für die Erkrankung sind hohes Fieber und Abgeschlagenheit. Je nach befallenem Organsystem können Durchfall und Erbrechen oder Atemwegssymptome auftreten. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Schädigung des Gehirns mit zentralnervösen Erscheinungen kommen. Impf- und Infektionstiter können im Serum nur über die Untersuchung  von Serumpaaren unterschieden werden. Bei akuten Infektionsverdacht ist der PCR-Nachweis aus geeignetem Material vorzuziehen.

 

Tetanus

Verursacher der Tetanusinfektion ist das Bakterium Clostridium tetani, das auch im Magen-Darm-Trakt eines Pferdes zu finden ist, aber erst gefährlch wird, wenn es Toxine bildet. Die ersten Anzeichen sind oft das extreme Vorfallen des dritten Augenlides. Im weiteren Verlauf der Krankheit verkrampft sich die Muskulatur des Tieres so stark, dass es nur noch unter großen Schmerzen stehen kann. Durch die extreme Anspannung aller Muskelgruppen verlieren die Tiere irgendwann auch die Fähigkeit, ihre Kaumuskulatur richtig zu bewegen. Auch das hinlegen ist kaum mehr möglich und so passiert es oft, dass die Pferde einfach seitlich umfallen. Der Antikörpertest hilft auch bei der Entscheidung, ob geimpft werden muss oder nicht.

 

Tollwut

Der Nachweis neutralisierender Antikörper wird in einem Partnerlabor durchgeführt. Der Test eignet sich nicht, um das Vorliegen einer Tollwutinfektion festzustellen bzw. auszuschließen. Allerdings lässt sich bei geimpften Tieren durch die Bestimmung des Titers feststellen, ob ein wirksamer Schutz gegen Tollwut vorliegt. Für die Ausreise benötigen wir die Chip-Nummer und die Adresse von dem Besitzer, um ein Zertifikat erstellen zu können.

 

Toxoplasmen

Katze: Seropositive Tiere scheiden in der Regel nicht aus, können aber bei Zweit- oder anderen Infektionen neu auszuscheiden beginnen. Bei seronegativen Tieren sollte parallel eine Kotuntersuchung zur Abklärung einer Ausscheidung erfolgen. Hund: Titerbestimmung empfohlen zur Abklärung neurologischer Symptome zusammen mit Neospora-Titer.